e-Mobility: Privatnutzung betrieblicher Elektro- und Hybridfahrzeuge

Die 1-Prozent-Regel zur Versteuerung des Geldwertevorteils für die Privatnutzung eines Firmenwagens ist immer wieder ein Thema. Da für die Berechnung der Bruttolistenpreis des Neuwagens herangezogen wird, werden viele Fahrzeuge für den Fahrer unattraktiv. Dies galt bisher besonders für die eigentlich erwünschen Elektro- und Plug-In-Hybridfahrzeuge, bei denen der Bruttolistenpreis derzeit regelmäßig um einiges höher ist, als der des vergleichbaren PKW mit konventionellen Antrieb.

Dass das Ziel von einer Million Elektroautos in Deutschland bis 2020 so nicht zu erreichen sein wird hat auch die Finanzverwaltung erkannt und mit Schreiben vom Januar 2014 eine Sonderregelung für Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge erlassen. So können Sie als Nutzer eines Elektrofahrzeugs bzw. eines Plug-in-Hybriden seit dem Jahr 2014 einen Pauschalbetrag der Batteriekapazität bei der 1-Prozent-Methode in Abzug bringen. Pro Kilowattstunde werden 400 EUR in Abzug gebracht, bis zu einem Maximalbetrag von derzeit (2015) maximal 9000 EUR.

Für den interessierten Leser:
Es wäre nicht die deutsche Finanzverwaltung, wenn die Regel so einfach wäre. Der Entwurf des Gesetzes will schon vorab berücksichtigen, dass die Preisdifferenz von E-Mobility-Fahrzeugen zum konventionellen Antrieb kleiner wird. Deshalb sinkt der angesetzte Kilowattabzug um 50 EUR jährlich (es begann 2014 mit 450 EUR und endet 2023 mit 50 EUR) und auch der Maximalbetrag sinkt kontinuierlich um 500 EUR von anfänglichen 9.500 EUR auf 4.500 EUR im Jahre 2023.


Folgend das Berechnungsbeispiel am Stand 2015:
Ein Tesla Model S 85 hat eine Batteriekapazität von 85 kWh kW/h. Somit könnten Sie theoretisch 85 x 400 EUR vom Bruttolistenpreis in Abzug bringen, das wären 34.000 EUR. Allerdings liegt die Höchstgrenze beim Abzug für 2015 bei 9000 EUR. So sinkt der Bruttolistenpreis von derzeit 84.800 EUR beim Basismodell um 9.000 EUR auf nur noch 75.800 EUR. Das entspricht einer Senkung der Bezugsgröße zur Berechnung des Geldwertevorteils um 11 %. Bei einer angesetzten Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte von 30km müssen statt 1.611,20 EUR nur noch 1.440,20 EUR geldwerter Vorteil versteuert werden.

(In einer früheren Version dieser Seite war das Beispiel anhand eines Renault Zoe berechnet. Dieses Beispiel war irreführend, da diese Sonderregelung zur Berechnung nur dann gültig ist, wenn die Batterie Bestandteil des Kaufpreises ist, was beim Renault Zoe nicht der Fall ist, da hier die Batterie ausschließlich über einen extra Mietvertrag geliefert wird und keine Kaufoption angeboten wird. Im Zweifel fragen Sie unsere Fachleute.)

>> Schreiben Bundesministerium für Finanzen vom 15.01.2014